Ukraine Hilfsaktion

 Ukraine Hilfsaktion

Aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine starteten Frank Thünemann (55 Jahre) und Heinz Knostmann (55 Jahre) aus Osnabrück/Icker im März eine Spendenaktion. Sie fuhren mit einem kleinen Transporter an die Grenzen der Ukraine und verteilten u.a. Lebensmittel & Hygieneartikel an die Flüchtlingslager, die sie vorher gesammelt haben. Zudem nahmen sie auf ihrem Rückweg einige Flüchtlinge mit nach Deutschland. Unser Geschäftsführer Lars Ingvarsson beteiligte sich ebenfalls an der Aktion. Wie die Reise abgelaufen ist und was sie alles erleben durften, haben wir durch ein Interview mit den Beiden erfahren.

Frank Thünemann und Heinz Knostmann auf dem Weg an die Ukrainischen Grenzen

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Frank/Heinz: „Wir sind durch eine unserer Bekannten auf die Idee gekommen. Diese hat in der Tagesschau gesehen, wie Personen eine Hilfsaktion gestartet haben. Das hielten wir für eine super Idee und wollten genau dasselbe tun.“

Wie kam es dazu, dass sich Lars / Nordbleche an der Aktion beteiligen wollte?

Frank/Heinz: „Wir kennen Lars schon seit über 20 Jahren und stehen im regelmäßigen Kontakt zu ihm. Wir waren zu der Zeit noch auf der Suche nach einem Kleintransporter, mit dem wir uns auf den Weg begeben können. Daher haben wir Lars gefragt, ob er einen für uns bereitstehen hat. Dies war leider nicht der Fall, aber er war so von der Idee gerührt, dass er sich beteiligen wollte. Lars hörte sich ebenfalls in seinem Umkreis nach Lebensmitteln und Artikeln zum Spenden um und hat uns schließlich auch einen kleinen Transporter besorgt.“

Spendenlager in der Ukraine

Woher habt ihr die ganzen Spenden bekommen?

Frank/Heinz: „Mit unserer Idee haben wir uns an die Kirchengemeinde in Icker gewendet. Diese waren begeistert von der Aktion und wollten uns ebenfalls mit einem Rundruf unterstützen. Mithilfe dieses Rundrufes konnten wir viele Spenden sammeln, aber auch privat haben wir viele Personen angesprochen, die den Flüchtlingen in der Ukraine helfen wollten und eine Menge gespendet haben.“

Wie ist die Reise abgelaufen?

Frank/Heinz: „Unsere Reise startete am 16.03.2022 und endete am 21.03.2022. Wir haben in diesen 6 Tagen ca. 3000 km zurückgelegt. Unsere ersten Ziele waren Tomaszów und Lubelski. Dort haben wir uns mit einer Bekannten getroffen, die bereits Kontakte an den Ukrainischen Grenzen hatte. Dort sind wir eine Nacht geblieben und sind dann weitergefahren nach Prömsel und Medyka. Diese Orte liegen in Südpolen, an der Grenzen zur Ukraine. Wir sind regemäßig zwischen diesen beiden Orten hin und her gefahren, um Flüchtlinge aufzufangen und ins Flüchtlingslager nach Prömsel zu bringen. Das Flüchtlingslager dort ist sehr groß und steht voll mit Liegen, die zudem noch nach Empfangsländern sortiert waren. Aber nicht nur Flüchtlingslager haben wir angestrebt, sondern auch das Zentrallager vom Roten Kreuz. Da wir nur 7 Plätze in unserem Kleintransporter hatten, haben wir oft auch Menschen mit Behinderungen oder Mütter mit kleinen Kindern transportiert. Hinter die Grenzen durften wir allerdings nicht fahren. Das wurde uns so von dem Transportunternehmen vorgegeben.“

Versorgung der ukrainischen Flüchtlinge

Wie habt ihr die Situation vor Ort aufgenommen und wie ging es euch dabei?

Frank/Heinz: „Die Situation vor Ort haben wir relativ entspannt aufgenommen. Zumindest nicht so, wie man es sich vielleicht typisch vorstellt. Die Flüchtlinge machten auf jeden Fall keinen bedrückenden Eindruck auf uns, sondern waren eher froh, aus der Gefahrenzone heraus zu sein. Sie wurden zudem super untergebracht und überall stand die Polizei, sowie das Militär. Für eine gute Versorgung der Menschen und der Tiere wurde auch gesorgt. Suppenküchen haben wir viele gesehen und an manchen Stellen wurde sogar gegrillt. 

Wen konntet ihr nach Deutschland mitnehmen und habt ihr noch Kontakt zu ihnen?

Frank/Heinz: „Die Suche nach Flüchtlingen, die mit in unsere Gemeinde nach Icker wollten war schwer, da sehr viele Helfer von vielen verschiedenen Ländern unterwegs waren und Leute bereits eingesammelt hatten. Dann haben wir uns an einer Stelle gemeldet, die Mitreisende für uns organisiert haben und schließlich konnten wir 2 Frauen mit 2 12-jährigen Jungs mit nach Icker nehmen. Mittlerweile leben diese in Wallenhorst und wir haben immer noch Kontakt zu ihnen. Sie können uns jederzeit ansprechen und wir helfen, wo es nur möglich ist. Zum Beispiel haben wir ihnen bei der Jobsuche geholfen, sowie bei der Wohnungsorganisation und Vielem mehr.“

Mitreisende aus der Ukraine nach Deutschland


Wie schaut ihr auf die Reise zurück?

Frank/Heinz: „Es ist ein sehr gutes Gefühl, wenn man auf die Reise zurückschaut, weil man etwas Gutes getan hat und helfen konnte. Wir werden uns auch noch weiterhin mit dem Thema auseinandersetzen und vielleicht starten wir ja nochmal eine Spendenaktion. Aber bis jetzt ist noch nichts geplant.“

Gab es Momente, die euch besonders in Erinnerung geblieben sind?

Frank/Heinz: „Ja, einen besonderen Moment gab es. Als wir einige Flüchtlinge an einem Flüchtlingscamp abgesetzt haben, ist plötzlich ein paar Kilometer entfernt von uns, hinter der Grenze, eine Bombe hochgegangen. Es war ein beeindruckendes, aber auch ein schockierendes Gefühl zugleich. Aber abgesehen von dieser Geschichte war es immer wieder aufs Neue ein schönes Gefühl, die Flüchtlinge aus der Gefahrenzone herauszufahren und ihre gelöste und erleichterte Stimmung mitzuerleben.“

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, uns ein paar Fragen zu beantworten. Ihr habt eine großartige Aktion gestartet und wir hoffen, dass auch wir mit unserem kleinen Spendenbeitrag einigen Leuten weiterhelfen konnten.


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